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10.-12.01.2019 Konferenz INVENTING THE PICTORIAL NORTH

Greifswald, 10 Jan 2019 - 12 Jan 2019

Inventing the pictorial North

Eine Internationale Konferenz unter wissenschaftlicher Leitung von Nico Anklam, M.A. (Berlin/Greifswald) und Prof. Dr. Kilian Heck (Greifswald)

Universität Greifswald
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Pommersches Landesmuseum Greifswald

Wie sieht der “Norden” überhaupt aus? Wer schaut gen “Norden” und von woaus? Gegenwärtig tauchen die Fragen nach der Anziehungskraft des "Nordens" und seiner Themen, die bereits im 19. Jahrhundert virulent waren, verstärkt wieder auf. Dem “Norden” als Sehnsuchtsort, als romantischer Ort mythischer Bilder stehen allerdings seine Unzugänglichkeit, die Kälte, das Eis oder die hier “oben“ besonders empfundene Einsamkeit scheinbar diametral entgegen. Warum der “Norden” dennoch immer wieder als Sehnsuchtsziel, als das “Reine“ und scheinbar Unberührte funktionieren kann und nicht zuletzt als Topos für das Ziel weltweiter Migrationsbewegungen steht, das ist ebenfalls eine Frage, die sich heute akuter denn je stellt. Und wie gehen wir schließlich mit der aktuellen Tatsache um, dass dieser Sehnsuchtsort angesichts der globalen Erwärmung uns buchstäblich vor den Augen hinwegzuschmelzen scheint? 

Wenn vom Norden die Rede ist, dann sofort auch von der “nordischen” Landschaft. Daher fragt die internationale Konferenz “Inventing the pictorial North” zunächst, wie sich überhaupt nach 1800 eine "nördliche" Bildsprache in der Kunst Nordeuropas etablieren konnte. Durch welche Motive konnte der “Norden“ überhaupt als “Norden“ identifiziert werden? Waren es nur bestimmte Themen oder Darstellungen von Naturphänomenen in Landschaften, durch die sich “nordische“ Themen verbreiten konnten? Welche institutionellen und sozialen Strukturen haben diese Entwicklungen gefördert? Sind bestimmte “ethnische Typen“ in den Fokus gerückt, um ein weiteres Merkmal der “nordischen“ Kunst darzustellen? Haben Techniken der “wissenschaftlichen“ Landschaftsdarstellung sowie die Betonung ethnischer Merkmale zu nationaler Isolation geführt? Aktuelle kunsthistorische, historische, museologische und kuratorische Debatten über eine Dekolonisierung von Bildern und Objekten sind Teil des Diskurses, an dem diese Konferenz ebenfalls interessiert ist. 

"Inventing the pictorial North" zielt darauf ab, relevante Ergebnisse für die gegenwärtigen Geisteswissenschaften zu präsentieren und Darstellungen des "Nordens" auf neuartige Weise zu diskutieren. Dies geschieht nicht nur mit der Absicht, den “Norden“ jenseits der einzelnen nationalen Erzählungen zu verstehen, sondern ihn auch als übergeordneter Topos einer Kunstgeschichte und Geschichte zu lesen, die seit dem 19. Jahrhundert immer wieder versucht hat, geographische Räume mit spezifischen Motiven und Ikonografien in Verbindung zu bringen. Die visuelle Konstruktion des “Nordens“ stellt eine Lücke dar, die in den Geisteswissenschaften noch geschlossen werden muss. Daran möchte diese Veranstaltung teilhaben.

Gefördert von Alfried Krupp von Bohlen Halbach Stiftung Essen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, Bonn.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Homepage: www.wiko-greifswald.de/programm/